
Datenerfassung
Teil von Datenquellen verknüpfen Leitfaden für Schnittstellen, Formate und Prüfschritte
Wie plane ich einen Datenexport, damit Format und Kontrolle zur Auswertung passen?
Datenexport planen: Schrittfolge für Umfang, Formatwahl (CSV, JSON, XML), Kontrollen und Ablage, mit Verweisen auf Destatis, DIN und Meldeschnittstellen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Planung beginnt beim Auswertungsziel und endet erst mit der dokumentierten Ablage des Exports.
- CSV, JSON und XML decken die meisten Fälle ab; das Zielwerkzeug entscheidet über die Wahl.
- Zeilenzahl, Schlüsselabgleich und Stichprobe gehören in den Ablauf, nicht in die Nacharbeit.
- Für jeden Schritt wird vorab eine zuständige Rolle festgelegt.
Ablauf der Exportplanung in sieben Schritten
1. Auswertungsziel festhalten (etwa 15 Minuten). Notieren Sie die Frage, die die Auswertung beantwortet, und das Werkzeug, das die Datei später öffnet. Diese Notiz entscheidet über Format, Feldauswahl und Prüftiefe.
Exportplanung in sieben Schritten
- Auswertungsziel festhalten
- Umfang abgrenzen
- Format wählen
- Feldkatalog und Datentypen beschreiben
- Kontrollen festlegen
- Zielablage und Rechte klären
- Export starten, prüfen, protokollieren
2. Umfang abgrenzen (Fachbereich, etwa 30 Minuten). Legen Sie Zeitraum, Organisationseinheiten, Feldliste und Ausschlusskriterien fest. Ein zu breiter erster Export kostet später mehr Zeit als eine klare Abgrenzung.
3. Format wählen (etwa 15 Minuten). Entscheiden Sie zwischen CSV, JSON und XML und halten Sie die Entscheidung schriftlich fest. Die Tabelle unten ordnet die Formate dem Auswertungsziel zu.
4. Feldkatalog und Datentypen beschreiben (etwa eine Stunde). Definieren Sie Spaltennamen, Datumsschreibweise, Dezimaltrennzeichen und Kodierung. Vereinbaren Sie UTF-8 und Datumsangaben nach ISO 8601, also JJJJ-MM-TT.
5. Kontrollen festlegen (etwa 30 Minuten). Bestimmen Sie, wer Zeilenzahl, Summen und Pflichtfelder prüft. Halten Sie die Prüfschritte samt Toleranzgrenzen im Exportauftrag fest.
6. Zielablage und Rechte klären. Klären Sie vor dem Start, wohin die Datei geht, wer sie lesen darf und wie lange sie dort bleibt. Zuständig ist in der Regel die Administration.
7. Export starten, prüfen, protokollieren. Führen Sie den Export aus, vergleichen Sie Kennzahlen mit dem Quellsystem und protokollieren Sie Ergebnis, Fehler und Ablageort. Die Nachkontrolle erfolgt am selben Werktag.
Formatwahl nach Auswertungsziel
Geeignet für
- CSV
- flache Tabellen, Import in Kalkulation oder Datenbank
- JSON
- verschachtelte Datensätze, Schnittstellen
- XML
- Meldungen mit Pflichtfeldern und Schema
Häufige Fallstricke
- CSV
- Trennzeichen trifft Dezimalkomma, fehlende Kopfzeile, falsche Kodierung
- JSON
- Zahlen als Text, Nullwerte, unbemerkte Verschachtelung
- XML
- Namensräume, fehlende Validierung gegen ein Schema
CSV bleibt der Standard für Tabellenauswertungen, weil jedes Tabellenkalkulationsprogramm die Datei liest. In deutschen Installationen kollidiert jedoch das Dezimalkomma mit dem Spaltentrenner. Wählen Sie deshalb Semikolon als Trennzeichen und setzen Sie Textfelder in Anführungszeichen.
JSON eignet sich, wenn Datensätze verschachtelt sind, etwa Positionen zu einer Bestellung. Prüfen Sie dabei, ob Zahlen als Zahl oder als Zeichenkette geliefert werden. XML ist die Wahl, wenn ein festes Schema mit Pflichtfeldern eingehalten werden muss.
Normen liefern dafür den Rahmen: DIN-Normen werden in Arbeitsausschüssen erarbeitet und sind grundsätzlich freiwillig. Verbindlich werden sie erst durch Gesetz oder Vertrag. Wer ein Format festlegt, prüft zusätzlich, welche Vorgaben das Zielsystem erzwingt.
Kontrollen vor dem Export festlegen
Kontrollen wirken nur, wenn sie vor dem Export festgelegt und nach dem Export ausgeführt werden. Bewährt haben sich fünf Prüfungen:
- Zeilenzahl der Quelldaten mit der Zeilenzahl der Zieldatei vergleichen
- Summen über Betragsfelder zwischen Quelle und Export abgleichen
- Pflichtfelder auf Leerwerte prüfen
- Datumsformate und Zahlenformate stichprobenartig kontrollieren
- 20 Datensätze manuell gegen das Quellsystem lesen
Als Vorbild für dokumentierte Prüfungen dienen die Qualitätsberichte des Statistischen Bundesamtes. Sie halten Kennzahlen, Erhebungsweg und Prüfschritte fest.
Auf europäischer Ebene prüft Eurostat übermittelte Daten vor der Veröffentlichung. Geprüft wird gegen Regelkataloge für Vollständigkeit, Konsistenz und Plausibilität, wie sie die Data validation bei Eurostat beschreibt.
Legen Sie im Exportauftrag außerdem fest, wer die Kontrolle ausführt. Wer den Export startet, prüft ihn nicht selbst.
XML-Meldungen brauchen eine Schemaprüfung
Manche Exporte gehen nicht an eine Tabelle, sondern an eine Stelle mit festem Datenformat. Die Bundesagentur für Arbeit stellt Arbeitgebern die HR-BA-XML-Schnittstelle bereit. Übermittelt werden Beschäftigtendaten in einem vorgegebenen XML-Aufbau. Fehler bei Elementnamen oder Reihenfolge führen dort zur Ablehnung.
Für den statistischen Datenaustausch gibt es mit SDMX ein eigenes Standardformat für Daten und Metadaten. Wer regelmäßig an Behörden oder Statistikstellen liefert, plant daher zwei Prüfschritte: die technische Validierung gegen das Schema und die fachliche Kontrolle der Inhalte.
Häufige Fragen
Welches Format sollte ich für eine Tabellenauswertung wählen?
Für flache Tabellen ist CSV die einfachste Wahl, solange Trennzeichen, Kodierung und Kopfzeile festgelegt sind. Bei verschachtelten Strukturen ist JSON praktischer, bei schema-gebundenen Meldungen XML.
Wie prüfe ich, ob ein Export vollständig ist?
Vergleichen Sie Zeilenzahl und Summen zwischen Quellsystem und Exportdatei. Prüfen Sie Pflichtfelder auf Leerwerte und lesen Sie eine Stichprobe von 20 Datensätzen nach.
Wer ist für die Kontrolle zuständig?
Nicht die Person, die den Export startet. Legen Sie im Exportauftrag eine zweite Rolle fest, die Zeilenzahl, Summen und Formate prüft und das Ergebnis protokolliert.
Reicht der Export als Nachweis der Datenqualität?
Nein. Der Export belegt nur die Übertragung. Ob Felder richtig belegt sind, zeigt erst der Abgleich mit dem Quellsystem.
Kann ich einen Exportplan später ändern?
Ja. Feldlisten und Kontrollen lassen sich fortschreiben. Versionieren Sie den Exportauftrag mit Datum und Änderungsgrund, damit ältere Auswertungen nachvollziehbar bleiben.



